Kirche


Seit Beginn der Kirchenbücher (1664) lässt sich Leteln in der schaumburgischen Pfarre Frille nachweisen, zu der auch
Aminghausen, Päpinghausen, Cammer, Wietersheim, preußisch und bückeburgisch (schaumburgisch) Frille gehörten. Die mündliche Überlieferung, für die es aber keine Nachweise gibt, berichtet, dass die Letelner vorher nach Minden zur St. Marien Kirche gingen. Während der Pest ist ihnen dann der Zugang zur Stadt verwehrt worden, und sie wurden dann der Pfarre in Frille zugewiesen. Die Entfernung nach Frille und die Modalitäten bei den Beerdigungen führten vielfach zu Spannungen und Streit zwischen den Letelnern und dem Friller Küster. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts haben die räumlichen Verhältnisse in der Friller Kirche kritische Zustände angenommen und die Behörden haben Bedenken wegen der Sicherheit der Kirchenbesucher, da nicht mehr genügend Sitzplätze zur Verfügung stehen und die Menschen z.T. in den Fensterbänken sitzen müssen. Es wird daher ein Neubau vorgeschlagen. Die Planungen ziehen sich aber immer weiter hin und mit einer schnellen Lösung ist nicht zu rechnen. In Frille reift der Vorschlag Leteln und Aminghausen auszupfarren, und es wird vorgeschlagen, die beiden Dörfer der St. Mariengemeinde in Minden zuzuschlagen oder eine neue Kirchengemeinde in der Neustadt zu gründen. Mit der Unterstützung von Päpinghausen wehren sich die Kirchenvorstände von Leteln und Aminghausen gegen den Vorschlag, der von preußisch Frille, bückeburgisch Frille und Wietersheim unterstützt wird. Cammer enthält sich! Nach langen und mühsamen Verhandlungen über Abfindungen und Entschädigungen stimmen Leteln und Aminghausen schließlich zu und werden am 1. April 1902 in die St. Mariengemeinde in Minden umgepfarrt und unterstehen seit dem in kirchlichen Angelegenheiten nicht mehr dem fürstlichen Konsistorium in Bückeburg, sondern dem königlichen Konsistorium der Provinz Westfalen in Münster.

Markuskapelle

Nach dem 2. Weltkrieg wurden von 1948 - 1964 die Gottesdienste für Leteln und Aminghausen in dem zur Kapelle umgebauten Untergeschoss der alten Windmühle gehalten, die jetzt Markuskapelle hieß. 1964 erfolgte dann die feierliche Einweihung der neuen Kirche für Leteln und Aminghausen, St. Markus. Die Kirchengemeinde war Teil der St. Marien Gemeinde in Minden und ist heute selbständig. Der Markusbote informiert alle 3 Monate über die wichtigsten Ereignisse und Gemeindenachrichten. Zusätzliche Informationen bekommt man auf der Internetseite der Kirchengemeinde.

Nach dem 2. Weltkrieg hat die Zahl der katholischen Letelner durch den Zuzug der Vertriebenen und Flüchtlinge zugenommen. Die katholischen Gemeindemitglieder gehören zur Pfarrvikarie St. Maria in Lahde im Pastoralverbund Mindener Land.

Die Kirchenbuchduplikate und Zivilstandsregister (1808 - 1875) der preußischen Dörfer des evangelischen Kirchspieles Frille sind vom Personalstandsarchiv in Detmold digitalisiert worden. DVDs mit den digitalisieren Quellen kann man über die
„Edition Detmold“ erwerben. Die Unterlagen des Standesamtes Leteln befinden sich im Kommunalarchiv Minden.

Die Fotos zeigen die Kapelle in den 1950er Jahren, den Spruch am Nordeingang der Kapelle, den Innenraum der Kapelle, die alten Mühlsteine aus der Stadtmühle.

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© für alle Fotos: Jürgen Sturma, Minden