Unterheinzendorf - Dolní HynĨina


Kirche und Friedhof



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Die Kirche in Unterheinzendorf im April 2007

Wie bei vielen anderen Kirchen auch, liegt die frühe Geschichte der Heinzendorfer Kirche vollkommen im Dunkeln, ja, es wird sogar vermutet, dass die unteren Ortslagen in alter Zeit gar nicht besiedelt waren und die Kirche im nahen Chrisan gestanden hat. Dieser Ort soll sich von Niederbusele bis an den Beerhof gezogen haben. Reste einer alten Kirche hat man in der Nähe der Schule des späteren Chrises gefunden. Der Turm und der Chor sollen dort noch bis um das Jahr 1790 gestanden haben. An dieser Stelle hat man auch verschiedentlich menschliche Knochen ausgegraben und man vermutet daher wohl auch nicht zu Unrecht, dass es sich dabei um den Friedhof handelte, der, wie allgemein üblich, um die Kirche herum lag. Die Glocke der Kirche soll sich nun in der Altstädter Kirche bei Mährisch Trübau befinden. Um die Gegend von Chrises und Jores ranken sich viele Sagen und Legenden, die man bei Franz Elgner „Aus der Heimat“ nachlesen kann (s. Quellen und Links).

Unterheinzendorf Taufstein Weihwasserbecxken von 1617 (Aufnahme aus den 1950er Jahren)

Erste Nachrichten der Unterheinzendorfer Kirche liegen aus dem 17. Jahrhundert vor. Sie war dem h. Bischof und Märtyrer Stanislaus geweiht. Nach Wolny [Wolny, 1862] hat in Unterheinzendorf eine kleine Holzkirche gestanden, die um 1670 erweitert wurde und 1725 aus Stein neu gebaut wurde. 1851 ist sie umfassend renoviert und ausgebessert worden. 1854 wurde die Turmkuppel abgetragen und eine hohe schiefergedeckte Spitze aufgesetzt. In der Kirche befand sich eine Glocke aus dem Jahre 1599 („1599 Tento Zwon slyt od Yarna Benessovskyho“) und ein Weihwasserbecken von 1617 („P.K.B. 1617“). Ein silberner Messkelch trug die Aufschrift „Sub Rdo D Marti Hellerio a Muglitz 1629“.

Pfarrer waren seit der Trennung von Moletein:
1785 - 1805 Jeremias Gröll
1805 - 1806 Thaddäus Mutl
1806 - 1820 Ignatz Beitl (+ 22. November 1822 in Unterheinzendorf)
1820 - 1823 Johann Schirmer (+ 12. Mai 1823)
1823 - 1838 Peregrin Winter (hatte wegen Geistesschw#äsche 2 Kuratoren, + 1838)
1838 - 1853 Georg Gogela (+ 1853)
1853 - 1860 Anton Wanker (+ 11. Juni 1860)
1860 - 1871 Josef Klees
1872 - 1886 Johann Hückl
1887 - 1894 Josef Karhánek
1894 - 1895 Laurenz Schön (+ 15. März 1895, plötzlich in der Schule)
1896 - 19?? Augustin Novák
19ßß - 1946 Edward Hermann

Am 12. Mai 1946 hielt der Pfarrer eine Abschiedspredigt und eine Andacht auf dem Friedhof. Pfarrer Eduard Hermann schreibt am 28. August 1946: „Im Schutze der Muttergottes und des hl. Erzengels Raphael wollen wir uns eine neue Heimat suchen, wenn hier für uns kein Platz mehr ist. Lebe wohl geliebte Heimat, lebe wohl! Auf Wiedersehn!“ Die Pfarre wurde dann von Augustin Novak, Pfr. i.R. betreut.

Unterheinzendorf Friedhof 1954Der Friedhof in den 1950er Jahren

© für alle Fotos: Jürgen Sturma, Minden